Stubai - Die schönsten Wanderungen für die ganze Familie

Das Tiroler Stubaital, auch einfach nur Stubai genannt, zieht sich über 35 km zwischen der Landeshauptstadt Innsbruck und dem Stubaier Gletscher, im Alpenhauptkamm nahe der Grenze zu Italien gelegen. Zahlreiche prominente Gipfel warten auf Bergsteiger, darunter klangvolle Namen wie Ruderhofspitze, Wilder Freiger, Habicht und natürlich das markante Zuckerhütl. Mit dem äußerst beliebten Stubaier Höhenweg führt eine aussichtsreiche und anspruchsvolle Hüttenwanderung einmal um das gesamte Tal herum. Die etwa 100 km führen durchgehend durch alpines Gelände und sind in 8 Tagesetappen aufgeteilt.

Doch auch gemütlichere Bergwanderer und Familien mit Kindern (im wanderfähigen Alter) bekommen im Stubaital einiges geboten. Eine Vielzahl spannender Wanderungen führt abwechslungsreich durch die mittleren Höhenlagen, zu urigen Berghütten und Almen. Spannende Themenwege und die liebevoll angelegten „Naturschauplätze“ runden das Angebot ab.

In diesem Blogbeitrag möchte ich unsere 5 Lieblingswanderungen im idyllischen Stubai vorstellen.

Blick von der Serles auf das Stubaital

Blick von der Serles auf das Stubaital

1) Von der Elferhütte über den Panoramaweg und die Karalm zur Innsbrucker Hütte

Aus Neustift geht es zunächst gemütlich mit dem Elferlift hinauf zur Bergstation und von dort noch ein wenig höher bis zur aussichtsreich gelegenen Elferhütte, von der sich ein beeindruckender Tiefblick über das Stubaital bietet. Weiter geht es entlang der Beschilderung „Panoramaweg - Karalm“, auf einem traumhaften Höhenweg hoch über dem Pinnistal. Unterwegs passiert der schmale Bergweg den Naturschauplatz „Elfer Gratzengrübl“, der zu einer kleinen Rast einlädt. Im hinteren Pinnistal erfolgt der kurze Abstieg zur abgelegenen Karalm, wo dann auch der Anstieg zur Innsbrucker Hütte beginnt. Zwar erfordert dieser ein wenig Kondition, da immerhin gut 600 hm zu überwinden sind, aber der schöne Bergweg ist für Groß und Klein bestens geeignet. Mit ein wenig Glück kannst du unterwegs sogar Gämse und Alpensalamander entdecken (letztere natürlich eher bei feuchtem Wetter). Nach einigen letzten, steileren Serpentinen ist das Pinnisjoch erreicht, welches den Übergang vom Pinnistal in das Gschnitztal markiert. Hinter der urigen Hütte thront der mächtige Habicht (3.277 m), der allerdings erfahrenen und schwindelfreien Bergwanderern vorbehalten ist. Die Hütte selbst erwartet die hungrigen Wanderer mit zwei Gaststuben: der urigen alten Stube und der kleinen, in hellem Holz gehaltenen „Zirbenstube“, benannt nach der Wirtin Marlene, die sich seit mittlerweile mehr als 25 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Franz um die Bewirtung der Innsbrucker Hütte kümmert. Eine Übernachtung in einem der gemütlichen Zimmer kann ich jedem nur empfehlen!

2) Auf einsamen Pfaden zur urigen Mischbachalm

Die Wanderung startet in Gasteig bei Neustift und führt gleich zu Beginn auf einem Forstweg recht steil in den Wald hinein. Im weiteren Verlauf setzt sich die Wanderung auf einem schmalen Pfad fort, flacht zwischendurch ein wenig ab, bevor es am Ende nochmal steiler wird. Die Wanderung erfordert Kondition (über 700 hm), ist aber technisch leicht und von jedem zu bewältigen. Erst kurz vor der Alm verlässt der Weg den dichten Wald und führt auf den letzten Metern durch die grünen Bergwiesen zur urigen Alm, die sich flach und unscheinbar in den Hang zu ducken scheint. Die Mischbachalm ist das, was man sich unter einer typischen Alm vorstellt. Sie bietet eine kleine, aber feine Speisekarte mit überwiegend regionalen Produkten (viele davon aus eigener Produktion) und ein Matratzenlager mit Schlafmöglichkeiten für bis zu 10 Personen. Auch hier thront im Hintergrund der mächtige Habicht, allerdings in diesem Fall dessen „unbekanntere Seite“. Verglichen mit den meisten anderen Almwanderungen im Stubai ist die Wanderung zur Mischbachalm auffällig einsam. Selbst bei schönem Wetter hält sich der Verkehr im schattigen Bergwald in Grenzen und auf der Alm trifft man in der Regel nur eine Handvoll Bergfreunde.

Mischbachalm-Stubai-Wanderung-Bergwiese.jpg

3) Nah am Wasser gebaut: der Wilde-Wasser-Weg

Der abwechslungsreiche Themenweg beginnt in der WildeWasserArena in Ranalt, am Ufer der Ruetz. Gleich zu Beginn wartet mit dem tosenden Ruetz Katarakt ein echtes Naturschauspiel, ein erstes von vielen. Vorbei an der gemütlichen Tschangelair Alm (die besonders für ihren fangfrischen Fisch bekannt ist) geht es weiter zum spektakulären Grawa Wasserfall, dem breitesten Wasserfall der Ostalpen. Die neue Aussichtsplattform oder die sonnige Terrasse der stets gut besuchten Grawa Alm laden zu einer entspannten Pause ein.

Der zweite Abschnitt führt vom Grawa Wasserfall hinauf, auf einem schmalen und oft etwas rutschigen Steig. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind Voraussetzung für den restlichen Teil des Wilde-Wasser-Wegs, allerdings können auch wandererprobte Kinder die etwa 660 hm bis zur Sulzenauhütte leicht bewältigen. Der Aufstieg ist zweigeteilt und bietet mit der Sulzenau Alm eine großartige Einkehrmöglichkeit. Diese wird nach dem ersten Steilstück durch den Wald erreicht und überrascht mit ihren kunstvollen Holzschnitzereien. Die Lage im weiten Talkessel ist ein landschaftlicher Genuss: der Bach mäandert durch das Hochtal, drei Wasserfälle stürzen die bevorstehende Geländestufe hinunter und oben thront das nächste Ziel, die Sulzenauhütte. In unmittelbarer Nähe des größten Wasserfalls führt ein schöner Steig in gemütlichen Serpentinen hinauf in Richtung Hütte. Die Sulzenauhütte ist ideal, um den insgesamt doch langen Weg auf zwei Tage zu verteilen.

Von der Hütte führt der Wilde-Wasser-Weg weiter durch alpines Gelände, den Sulzenauferner bereits fest im Blick. Der gesamte Weg wirkt wie ein riesiges „Gletscher-Freilichtmuseum“, sind doch Geschichte und Entwicklung der einst gewaltigen Eismassen an der Landschaft abzulesen wie aus einem Buch. Zunächst führt der Weg zur Blauen Lacke, einem türkisblauen Gletschersee, mit unzähligen Steinmandln und tibetischen Gebetsfahnen dekoriert. Ein wahrlich paradiesischer Ort. Am trüben Gletschersee weiter oben, direkt unterhalb des Peiljochs, beginnt der viel zu schnell schrumpfende Gletscher und endet somit der Wilde-Wasser-Weg.

Stubai-Wilde-Wasser-Weg-Holzbrücke-Ruetz.jpg

4) Auf dem Baumhausweg von der Schlick 2000 zum Naturschauplatz Gschmitz

Dieser spannende Themenweg beginnt an der Mittelstation der Kreuzjochbahn in der Schlick 2000. Der schattige Weg ist leicht begehbar und sogar kinderwagentauglich. Insgesamt warten 7 mit viel Liebe zum Detail gebaute Baumhäuser auf die kleinen Entdeckerinnen und Entdecker. Türme, Rutschen, Schaukeln und vieles mehr, machen diesen Weg zu einem Stubai-Highlight für die Kleinen.

Der kurzweilige Weg kann noch etwas verlängert werden: vorbei am Alpengasthof Vergör, wo ein Eis auf die fleißigen Baumhausentdecker wartet, gelangst du auf einem gemütlichen Wanderweg zum Naturschauplatz „Gschmitz“. Hier stehen bis zu 400 Jahre alte Lärchen und eine Panorama-Schaukel mit traumhaften Blick auf das Elfermassiv lädt zum Relaxen ein.

Panorama-Schaukel am Naturschauplatz Gschmitz mit Blick in das Pinnistal und auf das Elfermassiv

Panorama-Schaukel am Naturschauplatz Gschmitz mit Blick in das Pinnistal und auf das Elfermassiv

5) Traumhafter Höhenweg vom Kreuzjoch zur Starkenburger Hütte

Einer der schönsten Panoramawege im Stubai beginnt nach gemütlicher Auffahrt von Fulpmes mit der Kreuzjochbahn, direkt an deren Bergstation. Der Übergang ist gleichzeitig der Zustieg zur 1. Etappe auf dem Stubaier Höhenweg, bzw. Abstieg nach der letzten Etappe, wenn von der Innsbrucker Hütte gestartet wurde. Auf einem schönen Bergweg geht es zunächst nur mäßig ansteigend in Richtung Sennjoch, die schroffen Kalkkögel gegenüber stets fest im Blick. Nach einer kleinen Steilstufe führt der Weg unterhalb der beiden Burgstall-Gipfel weiter, in leichtem Auf und Ab und mit traumhaften Ausblicken tief hinein in das Stubaital und auf den mächtigen Gletscher im Talschluss. Bei schönem Wetter ist dies zweifelsohne eine der schönsten Wanderungen im Stubai. Hinter jeder Geländestufe und Kurve wartet ein neuer Ausblick. Du solltest dennoch auf den schmalen Weg achten, denn stellenweise fällt dieser recht steil ab. Unterwegs trifft der Panoramaweg auf den Naturschauplatz „Gletscherblick“. Warum dieser so heißt muss ich wohl nicht erklären. Nur so viel: hier befindest du dich an einem der schönsten Aussichtspunkte im Stubaital. Anschließend geht es fast nur noch abwärts, immer wieder zwischen Lawinenverbauungen hindurch, bis der Weg zur Starkenburger Hütte absteigt. Die Terrasse der fantastisch gelegenen Hütte ist der einzige Ort, von dem alle „7 Summits Stubai“ sichtbar sind. Die hilfreichen Schaukästen helfen bei der Suche und Bestimmung der markanten Gipfel. Besonders schön ist auch der Blick von hier in das wildromantische Oberbergtal, wo nach der ersten markanten Geländestufe die Franz-Senn-Hütte erkennbar ist. Diese wäre auf dem Stubaier Höhenweg das nächste Ziel, ist aber auch ohne diesen ein absolut empfehlenswertes Wanderziel (Startpunkt: Oberiss Alm).

Blick vom Panoramaweg auf die Starkenburger Hütte und tief hinein in das Oberbergtal

Blick vom Panoramaweg auf die Starkenburger Hütte und tief hinein in das Oberbergtal

Das perfekte Basislager:

Ich muss zugeben, dass ich eher sparsam bin, was Unterkünfte betrifft. Ich bevorzuge normalerweise einen längeren Aufenthalt oder gönne mir gerne unterwegs ein wenig mehr, anstatt dieses Geld in eine kostspielige Unterkunft zu investieren. Ich sehe diese eher als „Mittel zum Zweck“, einen Ort, an dem ich zwischen meinen Unternehmungen schlafen und mich erholen kann. Da ich viele Jahre lang in schicken Hotels gearbeitet habe, empfinde ich den Luxus eher als einengend. In den letzten Jahren hat sich aber eine Ausnahme zu dieser Regel herauskristallisiert. Ein Hotel, in dem ich das Gefühl habe, dass jeder „investierte“ Euro gut angelegt ist. Es ist eines dieser Hotels, bei dem einfach alles zu einem harmonischen Ganzen zusammenführt. Dies beginnt bei der modernen, aber traditionell gehaltenen Einrichtung, über die Professionalität, aber gleichzeitig Herzlichkeit der Mitarbeiter und Eigentümerfamilie. Es sind aber auch die Kleinigkeiten, wie die Gute-Nacht-Geschichte an der Zimmertüre, wenn man mit dem Sohn vom Abendessen zurückkommt. Oder die liebevoll gestaltete „Hauszeitung“ auf dem Frühstückstisch, mit Wetterprognose, Tourentipps und vielem mehr. Das Bergsporthotel Stubaierhof in Neustift, mitten im Stubaital gelegen, nimmt all die Annehmlichkeiten einer schicken 4* Unterkunft und hüllt diese in eine familiäre und traditionsbewusste Atmosphäre, in der man sich tatsächlich wie zu Hause fühlt - was mir in dieser Form noch in keinem anderen Hotel passiert ist.

Bergsporthotel Stubaierhof in Neustift

Bergsporthotel Stubaierhof in Neustift

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